Unsere Gebäude

Gemeindehaus

Nach mehr als 10-jähriger Ideensuche, Diskussionen und schlussendlicher Planung erfolgte im September 2016 der Spatenstich zum neuen Gemeindehaus, direkt an der Petruskirche, im südlichen Bereich des historischen Kirchplatzes.

Für den Entwurf und die Realisierung war Architekt Schlichtig, Sindelfingen, verantwortlich, seitens der Kirchengemeinde Pfr. Bauschert und Götz und vom KGR Dr. Wiedeck.

Im Lutherjahr 2017, am 1. Advent, konnte die Einweihung gefeiert werden. Das neue Gemeindehaus ist ein moderner, heller, zweigeschossiger Flachbau. Aufgrund des Höhenunterschiedes Kirche - Malmsheimer Straße sind beide Stockwerke barrierefrei zugänglich.

Wichtigstes Element ist der Saal mit bis fast 200 m², der auch für Gottesdienste genutzt wird und über das Foyer zum Kirchplatz erschlossen ist. Im Obergeschoss befindet sich eine gut ausgestatte Küche. Im
Untergeschoss, das über die Malmsheimer Straße ebenerdig erschlossen ist, sind nicht nur drei Räume, die sich dank mobiler Trennwände leicht variieren lassen, für die Jugend- und Gruppenarbeit vorhanden, sondern auch WC, Lift, Lagerräume, eine kleine Küche für den Jugendbereich und ein lärmgedämmter Musikprobenraum.

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und ein Konzept der Wärmeisolierung sorgen dafür, dass es im Alltagsbetrieb CO2-neutral ist. Die Außenanlage gestattet Veranstaltungen im Freien, auch unter Großschirmen. Das Gemeindehaus fügt sich gut in das zentralstädtische Ensemble Petruskirche,
Rathaus, Gemeindehaus ein.

 
 

Die Petruskirche

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts stand die Petruskirche in der Mitte des Dorfes Renningen, direkt neben Rathaus und ehemaligem Schulgebäude. Heute steht sie nicht mehr im Zentrum des Stadtteils. Aber sie prägt mit ihrem neugotischen Turmaufsatz noch immer das Ortsbild, egal von woher man sich dem Ort nähert.

Wir dürfen davon ausgehen, dass seit etwa 1200 Jahren in der Petruskirche und ihren Vorgängerbauten Gottesdienst gefeiert wird. Aus einem einfachen Holzbau entwickelte sich eine Wehrkirche, die von einer Mauer mit Wehrgang umgeben war. Auch der ursprüngliche Friedhof war von dieser Mauer umschlossen. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche dokumentiert Erweiterungen bzw. Umbauten aus unterschiedlichen Epochen.

Erstmals urkundlich erwähnt wird die Petruskirche im Jahr 1280 in einem Verzeichnis der Besitzungen des Klosters Weißenburg im Elsaß. Petrus war ein Schutzheiliger dieses Klosters.

Der untere Teil des Turms wurde vermutlich im 13./14. Jahrhndert erreichtet. Der Chorraum in seinem Inneren hat ein einfaches frühgotisches Kreuzrippengewölbe. Der Schlussstein zeigt zwei gekreuzte Schlüssel. Petrus wird in der kirchlichen Ikonographie mit einem Schlüssel dargestellt (vgl. Mt 16,19). Das Renninger Stadtwappen nimmt die Symbolik des Schlusssteins auf.

Das Kirchenschiff wurde 1601/1602 neu erbaut, 1766 die Sakristei angebaut. Eine Inschrift über der mittleren Tür auf der Südseite der Petruskirche und eine aufwändige Sandsteintafel über dem Eingang zur Sakristei nennen die Jahreszahlen.

1845 bekam der Turm den neogotischen Aufsatz mit einer neuen Glockenstube  und damit seine heutige Höhe (50 Meter).

Das Kirchenschiff wurde 1878 von Baurat Christian Friedrich von Leins nach Westen verlängert und mit Fenstern und Portalen im neugotischen Stil versehen. Diese Gestaltung setzte er im Inneren fort. Der Chorbogen wurde vergrößert. Ein Tonnengewölbe, das Engelsgestalten tragen, überspannte den Kirchenraum. Eine umlaufende Empore schuf für Besucher der Gottesdienste ausreichend Platz.

Durch die Kirchenrenovierung von 1966-1968 wurde die Kirche in ihrem Innern stark modernisiert. Gesichtspunkte des Denkmalschutzes waren in jener Zeit nicht so bestimmend wie heute. Eine neue Decke und neue Emporen wurden eingezogen – über der neuen Decke blieb allerdings das alte Tonnengewölbe erhalten. Altar, Kanzel, Taufstein, Bänke und Orgel wurden erneuert. Professor Rudolf Yelin, Stuttgart gestaltete das Ostfenster des Turmchores („Das himmmlische Jerusalem“) und das goldenes Altarkreuz, das Jesus als auferstandenen Weltenherrn und Weltenrichter zeigt.

Die Petruskirche wurde 1995/96 außen und 2001 innen umfassend renoviert. Der Kirchenraum wurde nur geringfügig verändert, aber akustisch, optisch und lichttechnisch verbessert.

Weitere Ausstattungsstücke des Kirchenraums:

spätgotisches Kruzifix im Turmchor (Herkunft unbekannt)
Epitaph von 1721 für Joh. Christian Schauroth, Rittmeister
Orgel: Weigle-Orgel von 1967, umintoniert und erweitert 2006, heute mit 27 Registern. Seite der Orgel
Glocken:
Gedächtnisglocke (g'; 681 kg; 1951)
Christusglocke (c''; 277 kg; 1951)
Taufglocke (a'; 463 kg; 1964)
Betglocke (e'; 1151 kg; 1964)